• Adelmannsfelden (DFBL/bec). Was für eine Leistung, was für ein Finale der deutschen Faustballer! Mit 4:0 bezwingt das Team am Nachmittag in Adelmannsfelden die Auswahl der Schweiz und sichert sich das dritte EM-Gold in Serie.
    3500 Zuschauer verfolgen die Finalspiele in der Adelmannsfeldener Arena, unter ihnen auch DTB-Präsident Dr. Alfons Hölzl. Erstmals zeigt auch das IOC Interesse an einem Finalevent der Faustballer, überträgt per Livestream auf seinem Olympic Channel. Mit Deutschland und der Schweiz treffen sich zwei gute Bekannte: Die letzten sechs (!) großen Finals bei Welt- und Europameisterschaften sowie bei den World Games standen sich diese beiden Nationen gegenüber – und immer gewannen die Deutschen.

    Auf die Sekunde genau um 16 Uhr eröffnet Schlagmann Patrick Thomas das Finale – und er serviert gleich ein Ass. Die Schweizer wechseln, wie schon im World-Games-Finale, direkt nach diesem Ball die komplette Formation. Ein taktischer Schachzug, der Nati-Trainer Oliver Lang schon mal gelungen ist. Deutschland mit Thomas und Nick Trinemeier im Angriff, Zuspieler Fabian Sagstetter sowie den bestens aufeinander abgestimmten Abwehrakteuren Ajith Fernando und Oliver Späth.

    Bei den Schweizern sind es im ersten Satz Raphael Schlattinger und Ueli Rebsamen, die ihr Team mit Services und Rückschlägen zum 3:2 und 4:3 führen. Nach einer artistischen Rettungsaktion von Fernando und einem Thomas-Preller dreht Deutschland zum 6:5. Dann wieder Rückstand, Schlattinger überwindet Trinemeier am Netz. Ab dem Moment läuft es immer besser bei den Deutschen: Ein Preller auf die achte Reihe der Tribüne, ein Thomas-Ass und es gibt erste Satzbälle. Patrick Thomas fackelt nicht lange, nutzt gleich die erste Gelegenheit zum 11:8.

    Zu Beginn des zweiten Durchgangs haben beide Teams zunächst Probleme mit immer wieder auftauchenden tückischen Böen. Als Kapitän Sagstetter einen eigentlich unerreichbaren Kurzen der Schweizer rettet und der deutsche Co-Trainer Chris Löwe mit einem Hechtsprung vor einem weiten Ausball der Schweizer rettet, ist auch dieser Durchgang fast schon gewonnen – 6:3 führt der Europameister von 2014 und 2016. Bei der Schweiz kommt Christian Lässer für Rebsamen, das verändert jedoch nichts. Trinemeier mit dem 10:4 und dann eine Fehlangabe von Lässer. Deutschlands Führung wächst.

    Und dieser Vorsprung bringt auf der einen Seite Sicherheit, auf der anderen wächst die Verunsicherung. Schlattinger, der noch vor einer Woche mit seiner Calwer Vereinsmannschaft bei der DM-Endrunde begeisterte, kann kaum punkten. Auch der Schachzug der Schweizer, Lässer in die Abwehr zu stellen, bleibt wirkungslos. So zieht der gefürchtete Deutschland-Fünfer wieder Punkt um Punkt davon. Thomas zum 6:1, Trinemeier zum 9:3 und nach ein paar kleinen Wacklern wieder Thomas mit einem Ass zum 11:6.

    Der Unterschied vor allem in der Abwehrleistung beider Teams ist auch im vierten Satz weiter deutlich zu sehen. Ajith Fernando und Oliver Späth bilden zusammen mit Sagstetter ein regelrechtes Bollwerk, dem kaum ein Ball durchrutscht. Dennoch holt sich die Schweiz noch einmal eine 4:2-Führung. Es war die letzte Führung des „ewigen Silbermedaillengewinners“. Vier deutsche Punkte in Serie, dann sensationelle Rettungsaktionen von Fernando, ein gewonnenes Blockduell und es gibt Matchbälle – 10:7. Schlattinger serviert auf Thomas, Sagstetter legt auf für Trinemeier – und der verwandelt über Rebsamen zum auch in der Höhe verdienten 4:0-Finalerfolg.

    Damit gewinnen die deutschen Faustballmänner das dritte EM-Finale in Folge. Die Schweizer müssen sich wieder mit Silber begnügen und Österreich mit Bronze – Team Austria gewann am Mittag das kleine Finale gegen Italien ebenfalls klar mit 4:0.

    Deutschland – Schweiz 4:0 (11:8, 11:4, 11:6, 11:7)
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